Pacamara-Varietät
Pacamara ist eine salvadorianische Arabica-Kreuzung (Pacas × Maragogipe) aus dem Jahr 1958. Riesige, oval-flache Bohnen (Sieb 20+), intensives Blumen-Tropenfrucht-Profil, COE-dominant in El Salvador.
Hintergrund & Kontext
Pacamara ist eine Arabica-Hybridvarietät, die 1958 am ISIC (Instituto Salvadoreño de Investigaciones del Café) in El Salvador durch Kreuzung von Pacas (Mutante von Bourbon) und Maragogipe (Riesen-Mutante von Typica) gezüchtet wurde. Das Ergebnis ist eine der größten Kaffeebohnen der Welt — deutlich sichtbar im Vergleich zu Standardsorten. Pacamara vereint das genetische Erbe beider Eltern: die kompakte Wuchsform von Pacas und die außergewöhnliche Bohnengröße von Maragogipe. Im Cup zeigt Pacamara ein ausgesprochen komplexes Profil mit floralen (Jasmin, Hibiskus), fruchtigen (Pfirsich, tropische Früchte) und manchmal schokoladigen Noten. Bei Cup-of-Excellence-Wettbewerben aus El Salvador und Guatemala erzielt Pacamara regelmäßig Höchstpunkte. Pacamara ist genetisch einzigartig, weil sie zwei der ungewöhnlichsten Arabica-Mutationen vereint: Pacas ist eine Zwergmutante (kompakter, produktiver Wuchs), Maragogipe hingegen ein Riese (sehr groß, wenig produktiv, herausragendes Aromapotential). Das Ergebnis ist ein Pflanzentypus mittlerer Größe mit überdurchschnittlichen Bohnenabmessungen und hohem Aromatischen Potential. In El Salvador haben einige Produzenten aus der Pacamara-Zucht einen kulturellen Stolz entwickelt — ähnlich wie Panama aus der Geisha-Entdeckung. Guatemalanische Produzenten in Huehuetenango und Acatenango produzieren ebenfalls interessante Pacamara-Lots, die auf deutschen Specialty-Märkten als Alternative zu panamaischen Geisha-Lots positioniert werden. Bei COE El Salvador 2023 stammten mehrere der Top-10-Lots von Pacamara-Pflanzen auf über 1.500 m Höhe.
Praktische Anwendung
Pacamara-Bohnen sind durch ihre Größe beim Mahlen etwas eigenwillig: Konische Burr-Mühlen verarbeiten sie gleichmäßiger als Flatburr-Mühlen, da die größeren Bohnen in Flatburr-Systemen gelegentlich stecken bleiben können. Für Filterkaffee empfiehlt sich ein mittlerer bis mittelfeiner Mahlgrad (700–900 μm), da die hohe Dichte der Bohne längere Kontaktzeit benötigt. Im Espresso (helle bis mittlere Röstung, Agtron 62–72) zeigen Pacamaras ein außergewöhnliches Potential — ihre florale Komplexität kommt in gut extrahierten Shots deutlich durch. Beim Kauf auf Anbauregion achten: Hochlagen-Pacamara aus Apaneca-Ilamatepec (El Salvador) oder Huehuetenango (Guatemala) sind die Referenzqualitäten.
Verwandte Begriffe
Verwandte Begriffe: Pacas-Varietät · Bourbon · Cup of Excellence · Terroir.
Pacamara kombiniert die Kompaktheit von Pacas (Bourbon-Mutant) mit den riesigen Bohnen von Maragogipe (Typica-Mutant). Aromatisch: Jasmin, Hibiskus, Passionsfrucht, manchmal würzige Harznoten — ein polarisierendes Profil. COE El Salvador: Pacamara dominiert seit 2019 regelmäßig die ersten Plätze. Herausforderung beim Rösten: Die riesigen Bohnen brauchen langsameren Hitzeeintrag und präzisen DTR — sonst Underdevelopment im Inneren. Preis: 20–50 € pro 250 g.
Verwandte Begriffe: Kaffeevarietaet · Bourbon Varietaet · Typica Varietaet · Cup Of Excellence