Varietäten und Kaffeegenetik

Was ist die Caturra-Varietät?

Caturra ist eine natürliche Mutation der Bourbon-Sorte, die in den 1930er Jahren auf einer Plantage in Minas Gerais, Brasilien, beobachtet wurde. Sie zeichnet sich durch sehr kompakten Wuchs (1,5–2,5 m), hohe Erträge und gute Aromenqualität aus. Heute eine der dominierenden Sorten in Mittel- und Südamerika (Kolumbien, Costa Rica, Honduras). Im SCA-Cupping liegt Caturra typisch bei 84–87 Punkten.

Die Caturra-Mutation entstand durch eine einzelne Genveränderung im CcDw-Gen (Dwarfism), die eine gestauchte Internodien-Länge produziert. Praktisch heißt das: dichter besetzte Äste, kompakte Pflanze, leichtere Ernte, mehr Pflanzen pro Hektar (4.000–7.000 statt 2.500 bei Bourbon). Die Mutation wurde 1937 vom Instituto Agronômico de Campinas (IAC) selektiert und in den 1950er Jahren über Mittelamerika ausgerollt — ein Wendepunkt für die Branche.

Sensorisch behält Caturra das Bourbon-Profil weitgehend bei: ausgewogene Säure, gute Süße, schokoladige Basis. Bei sehr guter Bewirtschaftung und hoher Lage (>1.500 m) zeigt Caturra Zitrus, rote Beeren und Karamell. Die Sorte ist allerdings sehr anfällig für Hemileia vastatrix (Kaffeerost) — was in der großen Rost-Epidemie 2012–2013 in Mittelamerika zur teilweisen Substitution durch Castillo (Kolumbien) und Centroamericano (F1-Hybride) führte.

Heute existieren Red Caturra und Yellow Caturra, beide weit verbreitet. Kolumbien hat lange Zeit über 70 % seiner Fläche mit Caturra bestellt; nach der Rost-Epidemie sind 30–40 % auf rostresistente Sorten umgestellt worden. In Costa Rica bleibt Caturra in den Spitzenlagen (Tarrazú, West Valley) Standard, weil Aroma + Höhenlage den Krankheitsdruck kompensieren.

Caturra — Steckbrief

  • Natürliche Mutation der Bourbon-Sorte
  • 1937 selektiert in Brasilien (IAC Campinas)
  • Wuchs: kompakt, 1,5–2,5 m
  • Ertrag: 1,2–1,8 t/ha (50 % über Bourbon)
  • Anfälligkeit: hoch für Kaffeerost
  • Optimale Höhenlage: 1.200–2.000 m
  • Cupping: 84–87 Punkte typisch