Was ist die Castillo-Varietät?
Castillo ist eine 2005 von Cenicafé in Kolumbien freigegebene Catimor-Linie (Caturra × Hibrido de Timor). Sie kombiniert hohe Rostresistenz mit kompaktem Wuchs und akzeptabler Aromenqualität. Nach der Rost-Epidemie 2012–2013 wurde Castillo in über 30 % der kolumbianischen Anbaufläche eingeführt. Cupping-Niveau: 82–86 Punkte typisch, in Spitzenlagen bis 88.
Castillo wurde von Cenicafé (Centro Nacional de Investigaciones de Café, Kolumbien) über mehrere Generationen aus Catimor-Linien entwickelt. Ziel: vollständige Rostresistenz, kompakter Wuchs, hohe Erträge, ohne den kolumbianischen Aromencharakter zu verlieren. Die Freigabe erfolgte 2005 mit sieben regionalen Subtypen (Castillo Naranjal, Castillo Paraguaicito, Castillo Pueblo Bello etc.), jede für spezifische klimatische Bedingungen optimiert.
Sensorisch liegt Castillo zwischen klassischer Caturra und reinem Catimor. Aromen: Apfel, Karamell, milde Säure, Schokoladenbasis. Im Cupping erreicht Castillo 82–86 Punkte routinemäßig. Specialty-Konsumenten kritisierten anfangs die »Verflachung« des kolumbianischen Aromenprofils nach der Massen-Umstellung auf Castillo. Heute akzeptiert die Branche Castillo als gute Specialty-Sorte, die in Spitzenlagen (Huila, Nariño 1.700+ m) durchaus 88 Punkte erreichen kann.
Die kolumbianische Realität nach der Rost-Epidemie ist: Caturra in Hochlagen (>1.800 m), Castillo in mittleren Lagen (1.300–1.700 m), wo der Krankheitsdruck am höchsten ist. Diese Hybrid-Strategie hat Kolumbien geholfen, den Marktanteil zu halten. Konsumenten, die alte Caturra-Profile bevorzugen, achten beim Kauf auf Höhenangabe ≥ 1.700 m und Sortenangabe »Caturra« oder »Bourbon« explizit.
Castillo — Schlüsselzahlen
- Eltern: Caturra × Hibrido de Timor (Catimor-Linie)
- Freigabe: Cenicafé Kolumbien, 2005
- Wuchs: kompakt, 1,5–2,2 m
- Ertrag: 1,8–2,2 t/ha
- Rostresistenz: Sehr hoch
- Subtypen: 7 regionale Varianten
- Cupping: 82–86 (bis 88 in Spitzenlagen)