Was ist CO2-Supercritical-Decaf?
CO2-Supercritical-Decaf ist ein chemiefreies Entkoffeinierungsverfahren, das überkritisches CO2 (74 bar Druck, 31 °C) als Lösungsmittel nutzt. Das CO2 zieht selektiv Koffein aus den Bohnen, ohne andere Aromen zu beeinträchtigen. Aromen-Erhaltung sehr hoch (-5 bis -10 % gegen Original), teurer als Methylenchlorid-Verfahren. Specialty-Standard mit Swiss Water.
Das CO2-Supercritical-Verfahren wurde in den 1970ern in Deutschland entwickelt (Max-Planck-Institut), kommerziell ab den 1980ern. Mechanismus: bei 74 bar Druck und 31 °C wird CO2 »überkritisch« — eine Phase zwischen Flüssigkeit und Gas mit beiden Eigenschaften (löst selektiv, durchdringt poröse Materialien). Die Bohnen werden in einer Druckkammer behandelt, das überkritische CO2 löst Koffein, das Lösungsmittel wird durch Druckabbau verdampft.
Vorteile gegenüber MC/EA: chemiefrei (CO2 ist natürlich), Aromen-Erhaltung sehr hoch (5-10 % Verlust gegen 15-20 % bei MC), keine Lösungsmittelreste in den Bohnen. Nachteile: höhere Investitionskosten für die Druckanlagen (~ 2-5 Mio. USD pro Anlage), höhere Betriebskosten. Hauptanbieter: Sucafina-Specialty (Schweiz), CR3 (Deutschland), Mountain Water Process (Mexiko, ähnliches Verfahren mit Wasser).
Specialty-Realität: CO2-Supercritical wird zunehmend für Specialty-Decaf verwendet, vor allem in Europa. Belgische Specialty-Röstereien (MOK, OR, Belmoca) bieten meist Swiss Water Process (amerikanischer Standard) oder CO2 (europäischer Standard). Cup-Niveau: 82-86 SCA (etwas unter Original, weil jeder Decaf-Verfahren leicht Aromen reduziert). Endhandel-Preis: 30-45 % über regulärer Specialty-Bohne.
CO2-Supercritical — Verfahrensmerkmale
- Überkritisches CO2 (74 bar, 31 °C)
- Chemiefrei, keine Lösungsmittelreste
- Aromen-Erhaltung -5 bis -10 % gegen Original
- Investition Anlage: 2-5 Mio. USD
- Specialty-Standard mit Swiss Water Process