Was ist die Geisha-Varietät?
Geisha (auch Gesha geschrieben) ist eine äthiopische Heirloom-Varietät, die 1931 im Geisha-Wald in Süd-Westäthiopien gesammelt und über Tansania, Kenia und Costa Rica nach Panama gelangte. Berühmt seit 2004, als die Hacienda La Esmeralda mit Geisha den Best-of-Panama-Wettbewerb gewann mit Bergamotte- und Jasmin-Noten. Heute der teuerste Kaffee der Welt: Auktionspreise 100–10.000 USD/Pfund.
Genetisch ist Geisha keine einheitliche Sorte, sondern ein Pool eng verwandter äthiopischer Linien aus dem Gori-Gesha-Wald in der Region Bench Maji. Die ursprünglichen Setzlinge wurden 1931 von einem britischen Konsul (Whalley) gesammelt, gelangten nach Tansania, dann ins kenianische Kew Garden, dann 1953 ins CATIE in Costa Rica (T2722). Erst 1963 brachte Don Pachi Serracín die Sorte nach Panama, wo sie 40 Jahre lang wegen ihrer geringen Erträge unbeachtet blieb.
2004 reichte die Familie Peterson von der Hacienda La Esmeralda einen kleinen Geisha-Lot beim Best-of-Panama-Wettbewerb ein. Score: 95+. Bergamotte, Jasmin, Honig — Aromen, die zuvor in Kaffee unbekannt waren. Auktionspreis: 21 USD/Pfund (10× Markthöchstwert). Seither sind die Rekorde stetig gestiegen: Lamastus Family Estates erreichte 2019 1.029 USD/Pfund, 2020 1.300 USD/Pfund, 2024 über 10.000 USD/Pfund für ein anaerobes Geisha-Lot.
Morphologisch erkennt man Geisha an dem extrem schlanken Wuchs (5–6 m natürlich, in Plantage 3 m), den länglichen, fast spitz zulaufenden Bohnen und den lanzenförmigen, hellgrünen Blättern. Die Erträge sind sehr niedrig (0,3–0,7 t/ha), die Anfälligkeit für Krankheiten moderat. Geisha braucht extreme Höhenlagen (1.700–2.300 m), um sein Aromenpotenzial zu entfalten — auf 1.000 m ist es nur ein langsamer, ertragsschwacher Strauch ohne Wettbewerbsvorteil.
Heute wächst Geisha außer in Panama auch in Kolumbien (Tolima, Quindío), Costa Rica (West Valley), Honduras, Ecuador, Guatemala, Peru und ironischerweise wieder in Äthiopien. Echte Geisha-Lots erkennt man an Score (≥ 88), Höhenangabe (≥ 1.700 m) und einem expliziten »Gesha«- oder »Geisha«-Etikett mit Sortennachweis. Vorsicht: viele »Geisha«-Tüten im Handel sind Mischungen oder einfache Catuai mit Marketing-Etikett.
Meilensteine der Geisha-Geschichte
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1931 | Gesha-Wald, Äthiopien — Sammlung durch britischen Konsul |
| 1953 | Eingang ins CATIE Costa Rica (Akzession T2722) |
| 1963 | Don Pachi Serracín bringt Geisha nach Panama |
| 2004 | Hacienda La Esmeralda gewinnt Best of Panama, 21 USD/Pfund |
| 2007 | Erste Million-Pound-Auktion bei BoP |
| 2019 | Lamastus erreicht 1.029 USD/Pfund |
| 2024 | Anaerobic Geisha-Lots überschreiten 10.000 USD/Pfund |