Was ist ein Q-Grader?
Ein Q-Grader ist ein vom Coffee Quality Institute (CQI) lizenzierter sensorischer Verkoster, der Specialty-Kaffees nach SCA-Protokoll bewerten darf. Die Lizenz erfordert eine 6-tägige Prüfung in 22 Disziplinen (Triangulationstests, Cupping-Kalibrierung, Aromen-Identifikation). Weltweit gibt es etwa 6.000 aktive Q-Grader (CQI 2024) — eine knappe Ressource im wachsenden Markt.
Die Q-Grader-Lizenz wurde 2004 vom Coffee Quality Institute eingeführt. Die Prüfung umfasst: Cupping-Kalibrierung (Bewertungsabweichung max. 6 Punkte vom Konsens), Triangulationstests (Diskrimination), Säuren-Identifikation (Zitronen-, Apfel-, Phosphor-, Essigsäure in Lösungen), Aromen-Identifikation (Le Nez du Café 36-Aromen-Set), Defekt-Erkennung. Bestehen verlangt ≥ 80 % in jeder der 22 Disziplinen — Durchfallquote oft 60-70 % beim ersten Versuch.
Zertifizierungs-Levels: Q-Grader (Arabica), R-Grader (Robusta), Q-Processing-Professional, Q-Roasting-Professional. Jede Lizenz muss alle 3 Jahre rezertifiziert werden mit einer verkürzten Kalibrierung. Q-Grader sind die Schlüsselfiguren im Specialty-Handel: Importeure, Röstereien, Produzenten beschäftigen Q-Grader für Cup-Bewertungen, die als Grundlage von Verträgen, Preisen und CoE-Wettbewerben dienen.
In Belgien gibt es etwa 30-40 aktive Q-Grader (geschätzt 2026), konzentriert auf die wichtigsten Specialty-Röstereien (MOK, OR Coffee, Caffènation, Belmoca, Normo) und einige unabhängige Cupper. Die Q-Grader-Prüfung wird in Belgien gelegentlich von SCA Belgium organisiert, ansonsten in Hamburg, Amsterdam oder Mailand. Kosten: 2.500-4.000 € für die 6-tägige Prüfung.
Q-Grader — Steckbrief
- Lizenz vom Coffee Quality Institute (seit 2004)
- Prüfung: 6 Tage, 22 Disziplinen, ≥ 80 % bestehen
- Rezertifizierung: alle 3 Jahre
- Weltweit ~ 6.000 aktiv, in Belgien ~ 30-40
- Kosten Prüfung: 2.500-4.000 €