Dritte Welle (Third Wave Coffee)
Die Dritte Welle bezeichnet die Bewegung im Spezialitätenkaffee, die seit den späten 1990er Jahren Kaffee als landwirtschaftliches Produkt mit Terroir, Varietät und Aufbereitung in den Mittelpunkt stellt — vergleichbar mit der Behandlung von Wein. Im deutschsprachigen Raum etabliert seit etwa 2010.
Trish Rothgeb prägte den Begriff 2002 in einer Artikel-Reihe in The Flamekeeper. Die Erste Welle war die Industrialisierung des Kaffeekonsums (Folgers, Maxwell House, ab 1900), die Zweite Welle die Espresso-Cafékultur (Starbucks, Peet's, ab 1971). Die Dritte Welle revolutioniert die gesamte Wertschöpfungskette: Single Origin statt Blends, Direct Trade statt Commodity, helle Röstung statt dunkler, Drip statt Espresso (zumindest gleichberechtigt), Cupping als Bewertungsstandard, Transparenz von Farm bis Tasse. Im DACH-Raum: Vorreiter sind The Barn (Berlin, gegründet 2010), Bonanza Coffee Roasters (Berlin, 2006), Five Elephant (Berlin, 2010), Süpro (Hamburg), Kaffemik (Wien, 2010). Belgien folgt mit OR Coffee (Gent, 2001), MOK (Brüssel, 2008), Caffènation (Antwerpen). Die Vierte Welle (seit 2015) erweitert die Bewegung um wissenschaftliche Aspekte: TDS-Messung, Refraktometer, Rezept-Engineering, Brew-by-Recipe.